Wie es dazu kam....

Tja, wie fängt man an so etwas zu erzählen? Wohl einfach drauf los!

 

Ich habe im Jahr 2005 die Ausbildung zum Ausbilder für Erste Hilfe und Sofortmaßnahmen am Unfallort absolviert und mir dann überlegt den Menschen die Erste Hilfe etwas näher zu bringen. Der Grund? Ganz einfach: Weil ich es wichtig finde, dass in unserer Gesellschaft Menschen anderen in Notsituationen helfen können. Es wird viel zu oft weggeschaut und nichts unternommen!

 

Tja, wie macht man das? Das war eine gute Frage, aber diese konnte ich mir recht schnell beantworten: ich muss bei den jungen Menschen anfangen.

 

Die nächste Frage – wie das? Nach vielen Gesprächen mit meiner Lebenspartnerin gab es viele Ideen. Es gab da jedoch nur eine Möglichkeit, wo alle Menschen hingehen, wenn Sie einen Führerschein machen wolle - in eine Fahrschule! Den SMU-Kurs (Sofort-Maßnahmen am Unfallort) muss jeder besuchen, der einen Führerschein haben will.

 

So gab es für mich nur noch eins: Ausbildung in der Fahrschule. Ich habe dann in 2 Fahrschulen die EH & SMU Kurse (Erste Hilfe und Sofortmaßnahamen am Unfallort) angeboten. So war ich direkt bei den jungen Menschen, die es in der Hand haben, Ihre Erfahrungen auch umzusetzen. Die Fahrschule Bernhardt in Jork und die Fahrschule Bargsten in Stade waren die idealen Partner dafür.

 

Gesagt, getan! Nach der Anerkennung der Führerscheinstelle des Landkreises Stade ging es dann auch gleich los. 1 Mal die Woche am Samstag wurde dann ein SMU-Kurs direkt in der Fahrschule abgehalten. Schnell kristallisierte sich heraus, dass die jungen Menschen sich viel schneller und besser am Kurs beteiligten, als ich das sonst gewohnt war. Es ist immer sehr schwierig, wenn man sich am Samstagmorgen mit vielen anderen verschiedenen Jungen Menschen an einem fremden Ort trifft um solch einen Kurs zu machen. Ich war ja auch mal jung und musste so einen Kurs machen. Ich konnte mich noch sehr gut an meinen Kurs erinnern. Es hat bis zum Mittag gedauert, bis man mit den anderen warm wurde. Und wenn dann noch einen Freiwilligen gesucht hat, um bei Übungen zu helfen, dauerte das immer lange, bis sich dann endlich einer gemeldet hatte. Man wollte sich ja nicht blamieren...

 

Das Prinzip, was ich hatte war ein anderes. Die Fahrschüler kannten sich bereits aus dem Fahrschulunterricht und waren auch schon heimisch in den Räumen der Fahrschule. So kam es, dass schon in der ersten Stunde Witze gemacht wurden und die Beteiligung super war. Dies trug meiner Meinung nach dazu bei, dass am Ende alle mit einem guten Gefühl nach Hause gingen und nicht das Gefühl hatten, dass dieser Tag umsonst war. Das sagten mir zumindest die Schüler am Ende der Kurse.

 

Einen Satz werde ich wohl nicht vergessen: „Ich hätte heute Morgen nicht gedacht, dass das so ein lustiger und interessanter Tag wird. Sonst sind diese Kurse immer so langweilig. Danke.“ Und dass mich auch nach einem Jahr noch Fahrschüler auf der Straße angesprochen haben, wie lustig und interessant doch der Kurs war, hat mir doch gezeigt, dass sich meine Idee, diese Kurse in der Fahrschule zu machen, nicht ganz verkehrt war.

 

In den knapp 4 Jahren, in denen ich diese Methode der Ausbildung gemacht habe, hatte ich knapp 250 Schüler in den Kursen.

 

Inzwischen habe ich mich anderen Ideen gewidmet, wie z.B. den Säuglingskursen oder den Betriebskursen. Ich schaue aber gerne auf die Zeit zurück und kann sagen, ich habe sehr schöne Tage mit diesen jungen Menschen gehabt und mit einigen bin ich heute auch noch befreundet.

 

Es war eine tolle Zeit und danke an dieser Stelle auch noch einmal an die Fahrschulen!